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GTA:Berlin » Presse


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28.6.2007

onlinewelten-Special

Wir schreiben das Jahr 2002 - der Spiele-Hit des Vorjahres hat es endlich auch auf den PC geschafft. Begeisterte GTA-Fans oder solche, die es noch werden wollen, vergnügen sich ab sofort in Liberty City. Doch dann gibt es da auch noch die Fans, die aus GTA 3 eine Spielwiese für kreative Hobby-Entwickler machen. Die GTA-Modding-Szene war geboren - und mit ihr tausende von Modifikationen. Im Laufe der kommenden Wochen und Monate wurden immer mehr Tools zum Editieren der Spieledateien entwickelt. Es entstanden Unmengen von neuen Fahrzeugen und Texturen, man sollte Liberty City bald nicht mehr wieder erkennen. Doch eine kleine Gruppe engagierter junger Leute wollten noch einen Schritt weiter gehen. Ihr Ziel war es, eine komplett neue Stadt zu bauen. Am Ende sollte es Berlin werden, und damit war eine der größten Projekte in der Szene geboren. GTA Berlin lebt bis heute ungebrochen und hat nichts von seiner Faszination verloren. Mittlerweile hat man zwei weitere GTA-Generationen überlebt. Momentan entwickelt man die Mod für GTA San Andreas. Doch was kommt danach? In einem Interview mit Ben "brik" Hörz erhielten wir einen exklusiven Einblick in den aktuellen Stand der Dinge.

Wieso habt ihr - im Vergleich mit anderen Projekten dieser Größenordnung - schon so lange durchgehalten, was ist euer Erfolgsrezept?

Wir sind einfach die älteste Modifikation, die sich Ziele in unserer Größenordnung gestellt hat und für ein dreidimensionales GTA entwickelt wird. Auch wir hatten verschiedenste und lang anhaltende Durststrecken in der Entwicklung, aber an deren Ende bisher immer das Glück, wenigstens einen Mitarbeiter mit ausreichend Idealismus in unseren Reihen zu wissen, der das Projekt dann wieder hochgezogen hat. Ansonsten ist die Entwicklung aber mit mehr Problemen gespickt, als wir dann auch öffentlich gerne bekannt geben - die Zeitspannen ohne viel Neues sind nun mal aber offensichtlich und immer ein guter Indikator für die Stimmung im Projekt.


Inwiefern hat das Ausscheiden des Gründers die restlichen Mitglieder des Teams und ihre Arbeit an der Mod beeinflußt?

Das Ausscheiden des Begründers des Projektes war für uns eine sehr ambivalente Angelegenheit. Einerseits hat die Szene einen Pionier, das Projekt sein international bekanntes Zugpferd und nicht zuletzt wir auch einen - wenn auch wenig gekannten - Freund verloren. Andererseits bot sich die einmalige Chance, das Projekt gewissermaßen zu demokratisieren und die Last der Entwicklung auf mehrere Schultern zu verteilen, da die alte Organisationsstruktur letztendlich ausschließlich auf eine Person - ODIE - ausgerichtet war. Das ist im Kern heute noch ähnlich, aber eher, um eine Einheitlichkeit des Erscheinungsbildes der fertigen Modelle zu gewährleisten.


Welche Teile wird die für Oktober geplante Veröffentlichung der Mod beinhalten?

Langsam kehrt im Lager der Entwickler gewissermaßen ein wenig Ernüchterung ein, was die Erwartungen an das Ergebnis der jahrelangen Entwicklung angeht.Vor einiger Zeit wurde der Aufbau der Karte komplett verworfen und von vorne begonnen, um Fehler in den Proportionen und an den Modellen selber ausmerzen zu können. Dieser Perfektionismus stellt uns jetzt vor das Problem eines kaum mehr zu bewältigenden Arbeitsaufwandes, da zwar eine große Menge der benötigten Modelle bereits gebaut wurde, das finale Einfügen in die Karte mit allen dazu gehörenden Arbeiten wie zum Beispiel dem Ausleuchten fast noch mehr Zeit in Anspruch nimmt. Damit ist es vielleicht angebracht, die Erwartungen an die Veröffentlichung im Oktober herunterzuschrauben. Andererseits sehen wir uns an dieser Stelle gegenüber kommerziellen Projekten im Vorteil, da wir auch nach der ersten Veröffentlichung zwanglos und vielleicht mit neuer Motivation und neuen Mitarbeitern an der weiteren Entwicklung tüfteln können.


Glaubt ihr, dass ihr jemals fertig werdet?

Genau dieser Perfektionismus ist auch der Grund, dass wir getrost feststellen können, dass GTA: Berlin nicht vollendet werden kann. Mit zunehmender Entwicklungsdauer gewinnen wir natürlich zusätzliche Erfahrung und verändern damit auch unseren Anspruch an unsere Werke. Als Beispiel dafür können die Modelle des Brandenburger Tors und der Siegessäule gelten - in früheren Zeiten die Flaggschiffe der Modifikation wurden sie nun unlängst komplett überarbeitet und sogar neu gebaut, um unserem Fortschritt gerecht zu werden.


Inwieweit würde der mögliche Release einer PC-Version von GTA IV GTA Berlin beeinflußen? Seid ihr grundsätzlich bereit, die Mod auch für GTA IV umzusetzen?

Die Veröffentlichung von GTA IV hat uns bereits vor geraumer Zeit insofern beeinflusst, als dass wir uns damit die Deadline für eine erste Veröffentlichung gesetzt haben. Im Gegensatz zu den bisherigen 3D-Teilen von Grand Theft Auto stehen uns mit dem Erscheinen von GTA IV fundamentalere Veränderungen an der zentralen Spielmechanik bevor. Gepaart mit der Tatsache, dass sich Hobbyentwickler für GTA bisher immer selber helfen mussten, um Zugang zu den Bestandteilen des Spiels zu bekommen, bleibt für uns einfach abzuwarten, wie groß die Veränderungen nun wirklich sind und wie schnell die neuen Formate und andere Zusammenhänge des Spiels letztendlich entschlüsselt sind. Außerdem werden wir wie bisher bei der Einschätzung jedes neuen Teils natürlich Vor- und Nachteile eines Umstiegs auf das neue Spiel erörtern und dann ganz pragmatisch und formlos entscheiden, inwiefern sich der Umstieg lohnt.


Wie viel Zeit in der Woche verbringt ihr mit der Arbeit an der Mod?

Das variiert je nach äußeren Umständen sehr stark. Während der Sommer generell als Erzfeind der Modifikation gelten kann, entscheiden natürlich außerdem auch Ereignisse unseres Lebens den Einsatz, den wir in die Entwicklung des Projektes stecken können, da für Hobbyentwickler Schule, Hochschule und Beruf immer an erster Stelle stehen.


Wie steht Rockstar Games zu solchen Modifikationen? Kennen die Jungs GTA: Berlin und haben sie sich schon einmal dazu geäußert?

Kontakt zu Rockstar gab es bisher nicht. Allgemein befinden wir uns also wie jede andere Modifikation für Grand Theft Auto in einer Grauzone. Einerseits werden wir nicht unterstützt, andererseits aber auch nicht abgehalten, unsere Ideen zu realisieren. Und die fehlende Unterstützung bei der Offenlegung der Spielmechanismen hat letztendlich den Willen, grundlegende Funktionen des Spiels trotzdem zu entschlüsseln, nur verstärkt, so dass sich zum Beispiel in den gtaforums als zentralen Anlaufpunkt viele fähige Leute beteiligen, die sich dem Entschlüsseln aller Facetten des Spiels verschrieben haben.


Welche Ausmaße wird das Verkehrsnetz in der Mod einnehmen? Welche Viertel werden ins Spiel integriert?

Die Idee, GTA: Berlin als Modifikation eines vorhandenen Spiels zu entwickeln, beschränkt uns damit auch in den Möglichkeiten der eigenen Entscheidungen. Die Größe der Karte ist uns faktisch vorgegeben und uns bleibt wenig Gestaltungsspielraum. So erstreckt sich die geplante Karte von der Siegessäule im Westen durch den Tiergarten und Unter den Linden bis ein wenig östlich des Alexanderplatzes. Die Nord-Süd-Ausdehnung ist noch nicht endgültig festgelegt, wird sich aber an den Möglichkeiten der Spielgestaltung auch in Hinblick auf die spätere Story orientieren. Letztendlich bauen wir in unserem 36 Quadratkilometer großen Ausschnitt aber als zentrales Element das Touristenberlin nach, um das sich außen herum das alternative Berlin gruppieren wird. Dabei halten wir uns größtenteils an gegebene Eigenschaften wie zum Beispiel das Straßennetz und weitestgehend auch die daraus resultierenden Proportionen.


Welche Arten von Zügen wird es geben? Welche Zugstrecken sind in Planung?

Züge sind ein weiteres Feld, in dem wir an Grand Theft Auto gebunden sind. Das Spiel sieht nur eine begrenzte Anzahl von Zugpfaden vor, deren Eigenschaften auch weitestgehend unveränderbar sind. Damit wissen wir selber noch nicht genau, welche Zugstrecken wie umgesetzt sind. Die Anlagen dafür sind aber dennoch alle enthalten - so finden sich schon in den jetzigen Versionen Straßenbahngleise sowie U- und S-Bahnhöfe.


Ist ein Flughafen geplant?

Das Einbringen eines Flughafens stellt uns wiederum vor die Frage der Ausdehnung der Karte. Um einen Flughafen - der bereits fertig ausmodelliert ist - realisieren zu können, müssen wir bei der Aufteilung der Stadt ein wenig schummeln, um den Flughafen in unsere geplante Kartenausdehnung zu bekommen. Letztendlich wissen aber auch wir das noch nicht genau.


Wie groß ist das Interesse der Medien an GTA Berlin?

Das Interesse am Projekt selber zieht sich naturgemäß eher durch die zumeist über das Internet organisierte Fanszene von Grand Theft Auto. Teilweise zieht das Interesse auch größere Bahnen durch die Spielerszene allgemein, in der Modifikationen bereits den Ruf ernst zu nehmender Unterhaltungssoftware haben. Das gewissermaßen abstrakteste Interesse besteht in sonst nicht an der Spielerszene interessierten Kreisen, für die eher die Idee und Gründe für das Modifizieren selber im Vordergrund stehen. Besonders in Zeiten der Verteufelung von Computerspielen bekommt unser Projekt damit eine ganz neue Dimension, in der wir als erfolgreiches Gegenbeispiel zur Stigmatisierung der Spieler gelten können.


Mit welchen Programmen arbeitet ihr? Habt ihr auch eigene Tools entwickelt?

Wir arbeiten grundsätzlich mit den dafür vorgesehenen Programmen: Modelle werden mit dem ZModeler oder den kostenpflichtigen, dafür mächtigeren Programmen Cinema4D oder 3D Studio Max erstellt, Grafiken mit PhotoShop manipuliert und letztendlich auch von Fans entwickelte Programme und Scripte für die letzte und konkreteste Stufe der Entwicklung, das Implementieren ins Spiel selber, benutzt.


Die Mitglieder eures Teams wohnen ja über ganz Deutschland verstreut. Habt ihr euch auch schon einmal persönlich getroffen?

Durch die Kommunikation über Internet und Telefon ist es faktisch unnötig geworden, immer örtlich nahe zueinander zu agieren. Andererseits gab es bereits mehrere mehr oder weniger große Treffen von Teilen des Teams in Berlin.


Welche Vorraussetzungen muss man erfüllen, um bei euch mitmachen zu können?

Mitmachen kann jeder, der die Grundlagen seines Fachgebietes beherrscht - Kritik zur Weiterentwicklung der Fähigkeiten geben wir gerne. Beinahe wichtiger ist aber eine große Portion Idealismus, da letztendlich viel Freizeit für Arbeit geopfert werden muss, die keinen unmittelbar wahrnehmbaren Erfolg bringt.


Quelle: gta.onlinewelten.com-Special

19.6.2007

Virtuelle Kultur – Berlin mal ganz anders


MuseumsinselBerlin erkunden, ohne vor Ort zu sein. Nicht möglich? Doch, wie die Modifikation eines Computerspiels beweist.

Stell Dir vor Du bist in Berlin. Vor Dir thront das Brandenburger Tor, hinter Dir verschwindet die Straße Unter den Linden in Verkehrsausdünstungen am Horizont. Die S-Bahn fährt gerade ab, Taxifahrer hupen aggressiv, der Stress wird hörbar. Dazwischen stehst Du seelenruhig und schaust dich entspannt um. Vor der Mittagspause noch schnell ins geklaute Auto schwingen und zum Reichstag fahren. Mit 100 km/h durch die Innenstadt, einfach jede erdenkliche Freiheit genießen und voll auskosten. Nach einem Blick auf das Regierungsgebäude schaltest Du den Monitor aus, stehst auf und machst Mittagspause. Du befindest dich wieder in deiner Heimatstadt, in der Realität. Es ist unmöglich, mithilfe des Computers von zu Hause aus Berlin zu erkunden, sagst Du? Bald nicht mehr. Das Zauberwort lautet GTA: Berlin.

GTA steht für Grand Theft Auto und ist der Name eines sehr erfolgreichen amerikanischen Computerspiels. Der dritte Teil (GTA: III) erschien erstmals in 3-D-Grafik im Jahre 2002 und bot die Möglichkeit realitätsnaher Darstellung von Stadt, Land, Menschen und allem, was dazu gehört. Das Projekt GTA: Berlin baut wiederum auf dem zweiten GTA: III – Nachfolger GTA: San Andreas auf, möchte die Darstellungsmöglichkeiten jedoch weiter ausnutzen und erweitern. Zuerst haben GTA-Fans bekannte Autos wie z.B. einen Lamborghini in das Spiel integriert, aber es entstand „bald die Idee, ein größeres Projekt aufzuziehen, das alle Facetten des Modifizierens abdecken sollte“, berichtet Ben Hörz, ehemaliger Entwickler und Verantwortlicher für die Öffentlichkeitsarbeit des Projekts GTA: Berlin.

Friedrichstraße

Warum Berlin?



In einem Fan-Forum sei die Idee – eine komplette Stadt für GTA nachzubauen - formuliert und unter Leitung des Modifikations-Pioniers Heiko Feege in Angriff genommen worden. „Der Ort Berlin ist letztendlich eher zufällig Gegenstand der Veränderung des Computerspiels GTA geworden, da eben der Erste, der sich an die Realisierung wagte, selbst in Berlin wohnte“, erklärt Ben die Wahl der Stadt und somit auch die Namensgebung.

Im Laufe der noch andauernden Umsetzung des realen Berlins zu einem virtuellen Abbild ist das Kernteam fünf Personen stark. „Sporadische Zuarbeiter“ kämen von Zeit zu Zeit dazu, aber meist fehle der Idealismus, für ein fernes Ziel Arbeit zu investieren, ohne dafür unmittelbare Vorteile zu haben. Meist seien sie genau so schnell wieder weg, wie aufgetaucht. „So gibt es im Bereich der Geoinformatik, die sich zum Beispiel mit Navigationssystemen und ähnlichem befasst, zwar durchaus einen Markt für unsere Arbeit, GTA: Berlin soll aber weiterhin ein Amateurprojekt ohne kommerziellen Anspruch bleiben“, sagt Ben. Die Verhaltensweise einiger Zuarbeiter ist nachvollziehbar, da jeder Freizeit opfern muss, um an GTA: Berlin arbeiten zu können.

Reichstag

Deutschlandweites Entwicklerteam



Woher stammt aber die Motivation für solch ein Projekt seine Freizeit zu verwenden? Manche seien begeisterte Fans von GTA und würden gerne die Stadt Berlin mit einem virtuellen Charakter im Umfeld einer Rahmenhandlung erkunden, andere wiederum seien besonders an der Nachbildung der Stadt selbst interessiert und hätten GTA kaum gespielt.

Die große Breite unterschiedlicher Interessen spiegelt sich sowohl in der Altersstruktur der GTA-Fan-Szene, sowie auch im Team der GTA: Berlin-Entwickler wieder. „Die jüngsten Mitglieder haben gerade die Volljährigkeit erreicht, das älteste Mitglied ist als selbstbestimmter Designer erfolgreich im Leben unterwegs“, sagt Ben über die Altersspanne im Team. Aufgrund fehlender Regeln seien ab und zu soziale Spannungen vorhanden, aber viel gravierender sei die Tatsache, dass „die Entwicklung nicht professionell betrieben wird und die Mitglieder über weite Teile Deutschlands verteilt residieren“, erklärt Ben. Deshalb gestaltete sich die Kommunikation zeitweise schwierig und die Möglichkeiten des Internets erwiesen sich gegenüber realen Treffen oder Telefongesprächen nicht immer als optimal.

Brandenburger Tor

Wenn die Stadt wächst, schrumpft die Freizeit



Auch die praktische Umsetzung aller Gebäude aus Berlin in Modelle für das Computerspiel GTA sei mit enormem Aufwand verbunden. Das gesamte Team arbeite nur mit „Werkzeugen“ am Computer, die von anderen Fans erstellt wurden. „Damit müssen unter Umständen einige Umwege in Kauf genommen werden, die bei einer Unterstützung durch die amerikanischen Entwickler vielleicht vermeidbar wären“, sagt Ben.

„Bis zur Veröffentlichung erster Ergebnisse im Oktober wollen wir viel schaffen. Fertiggestellt wird GTA: Berlin aber wahrscheinlich nie“, stellt Ben fest. Der virtuelle Nachbau der Berliner Museumsinsel habe z.B. ein halbes Jahr gedauert. Das Team habe viel Freizeit geopfert, um die Stadt weiter wachsen zu lassen. Da die „Arbeitsgruppe“ als unabhängiger Entwickler aber niemandem gegenüber verpflichtet sei, könne man nach jeder Veröffentlichung weiter am Projekt arbeiten und die Ergebnisse als Erweiterung wiederum öffentlich zugänglich machen.

Obwohl in naher Zukunft bereits GTA IV in vorher noch nie gesehener, realistischer Optik für Spielkonsole und Computer erhältlich sein wird, arbeitet das GTA: Berlin-Team unverdrossen weiter. Verantwortlich dafür sei das enorme Interesse der GTA-Fan-Szene, das inzwischen über deutsche Sprachgrenzen hinaus zu einem enormen Ansturm und Unmengen an Feedback geführt habe.



Quelle: Campusmagazin 19.06.2007

25.4.2007

GTA Berlin


PC-Spiele erfreuen sich großer Beliebtheit bei Hobby-Programmierern – auch GTA. Und so basteln einige findige Studenten an einem eigenen GTA mit Standort Berlin.

PLAYZONE 5/2007 InnenstadtSeit sage und schreibe fünf Jahren basteln einige Hobby-Entwickler bereits an der San Andreas-Mod GTA Berlin. Ob sie jemals fertig gestellt wird, wissen selbst die Macher nicht so genau, doch an ihrer Hingabe bei der Realisierung des Projektes ändert das gar nichts. Akribisch wurden bereits zahlreiche Bauwerke, Fahrzeuge und Sehenswürdigkeiten nachgebaut und implementiert. Das fertige Spiel soll sogar eine eigene Storyline um den Hauptcharakter Otto Sasse bieten.
PLAYZONE 5/2007 Bahnhof FriedrichstraßeIm Oktober 2007 soll eine erste Version erscheinen, was den Vergleich mit dem fast zeitgleich veröffentlichten offiziellen vierten Teil erleichtern dürfte. Wer einen PC hat und schon immer mal durch Berlin cruisen wollte, der sollte auf der Seite www.gtaberlin.de öfter mal vorbeischauen. Fähige Entwickler dagegen sollten sich dort am besten gleich ins Team einbringen, denn Helfer werden immer noch händeringend gesucht.



Quelle: PLAYZONE 5/2007

12.2.2007

„Ein Ausdrucksmittel“


Modden, das Verändern von Spielen per Level-Editor, ist ein beliebter Freizeitsport unter Jugendlichen - der mitunter echte Ausdauer verlangt. So sitzt eine Gruppe junger Modder seit Jahren an „GTA Berlin", einer Neuversion von „San Andreas" in der Hauptstadt. Wie stemmt man so ein Irrsinnsprojekt? Und ab wann dürfen wir uns zum Paten vom Prenzlberg hochdienen? Ben Hörz, Webdesigner und Teilzeitsprecher des Teams, gibt Auskunft - Interview: Heiko Gogolin


Wer steckt eigentlich hinter „GTA Berlin", und wie entstand die Idee?
Wir sind eine quer über Deutschland verstreute Gruppe von Jugendlichen, die versucht, unsere Hauptstadt für das Spiel „GTA: San Andreas" umzusetzen. Mit neuer Story, Autos und Gebäuden. Der Schau­platz kam zufällig zustande: 2002 haben wir mit „GTA 3" erste Modding-Erfahrungen gesammelt. Nachdem zunächst nur Autos ersetzt wurden oder ein Stunt-Park entstand, kam die Idee, etwas Größeres zu erschaffen. Und der erste aus unserer Gruppe, der sich tatsächlich hingesetzt hat, kam zufällig aus Berlin, und so wurde das Projekt geboren.

Ihr habt eine ziemlich lange Anlaufzeit gebraucht. Wo lag das Problem?
Richtig konzentriert läuft „GTA Berlin" erst seit zwei Jahren mit dem Ausscheiden des damaligen Projektleiters. Vorher wurde wenig organisiert: Jeder hat sich die Rosinen herausgepickt und ausschließlich Sehenswürdigkeiten für das Spiel modelliert. Und nicht die Berliner Altbauten zum Beispiel, die aber wichtig für das Flair der Stadt sind. Der Altersunterschied zum alten Projektleiter war auch einfach zu groß: Der war Mitte dreißig. Ansonsten besteht unser Team fast ausschließlich aus jungen Leuten.

Und wie alt bist du?
Siebzehn.

Dann darfst du „San Andreas" eigentlich offiziell noch gar nicht spielen, oder?
Das ist auch gar nicht notwendig. Denn jeder bei uns handelt aus einer anderen Motivation heraus. Es gibt wirklich Menschen im Team, die „San Andreas" noch nie gespielt haben. Für sie steht das möglichst originalgetreue Nachbauen von Gebäuden im Vordergrund.

Wie kriegt ihr denn so unterschiedliche Interes­sen unter einen Hut?
Es gibt ein Kernteam aus sechs, sieben Leuten und weitere Mitarbeiter, die von außen zuarbei­ten. Viele andere wollen dabei sein, machen kurz mit, scheitern dann aber an den Anforderungen eines Langzeitprojekts. Unsere Organisationsstrukturen sind trotzdem lose: Es wird nur dann wirklich geplant, wenn konkrete Entscheidungen anstehen. Die meisten von uns haben sich noch nicht persönlich getroffen. Mittlerweile haben aber viele einen Führerschein, also werden wir hoffentlich bald mal zusammenkommen.

Wie setzt ihr Berlin in diesem Spiel um? „GTA" ist ja berühmt für seinen Gangster-Style: Sieht alles aus wie in einem Sido-Videoclip?
Gee M&aauml;rz 2007Nein, wir versuchen, da schon ausgewogen zu sein und das Berlin-Flair in sämtlichen Facetten rüberzubringen. Also zunächst einmal das, was einem sofort zu Berlin einfällt. Wie der Fernsehturm, das Brandenburger Tor oder der Potsdamer Platz. Dann kommen irgendwann die alternativen Viertel. Wir stecken aber immer noch beim Modellieren der Innenstadt fest: Die ganzen Museen und Opernhäuser besitzen einfach derartig viele Verzierungen und Statuen.

Welche Ereignisse oder Missionen finden in diesen Gebäuden denn statt?
Berlin bietet ja förmlich an, ein großes Politdra-ma zu inszenieren. Die Geschichte ist aber noch nicht so weit gediehen. Die Hauptperson heißt Otto Sasse. Seine Missionen werden sich zwangs­läufig an dem orientieren müssen, was „GTA" ohnehin schon bietet, da wir ja eine Mod und kein neues Spiel machen. Anfangen wird das Ganze mit Drogenverkauf.

So so. In welchen Vierteln kommt man denn am besten an Stoff ran?
Das ist natürlich eine heikle Sache: Unsere Kulturviertel wie Kreuzberg, Friedrichshain oder Prenzlberg liegen da ziemlich gut im Rennen.

Habt ihr eigentlich Sorge, Kontroversen zu erregen? Die Möglichkeit, im Neukölln des „GTA Berlins" einen Drive-by zu machen, könnten viele negativ auffassen.
Darüber machen wir uns keine Gedanken. Wir statten nur ein Spiel, das ohnehin Gewalt thematisiert, mit einem neuen Schauplatz aus. Ich sehe da keine neue Kontroverse. „GTA Berlin" ist ein Hobbyprojekt, ein Ausdrucksmittel einer Gruppe von Jugendlichen.

Kriegt ihr Unterstützung von Rockstar Games?
Die einzigen offiziellen Hilfsmittel, die wir nutzen können, sind Kommentare, welche die Programmierer im Code hinterlassen. Sämtliche Editoren zur Veränderung des Spiels stammen aus der internationalen „GTA"-Fangemeinde. Aus Russland kommt übrigens ein ähnliches Projekt namens „GTA Criminal Russia", von dem es bereits eine spielbare Version gibt. Die Mod soll auch kommerziell vermarktet werden.

Hand aufs Herz, wird „GTA Berlin" jemals fertig?
Wir sitzen bereits fünf Jahre an dem Spiel und sind bereit, auch die nächsten fünf daran zu arbeiten. Wir haben uns das Ziel gesetzt, im Oktober eine erste Version zu veröffentlichen. Die soll Interesse wecken und neue Leute rekrutie­ren, sodass es danach schneller geht. Wenn „GTA 4" erscheint, haben wir jedoch ein Problem: Das Spiel kommt mit einer neuen Engine daher, also werden alle Programmier-Tools nicht mehr funktionieren. Entweder unterstützt uns dann Rockstar mit Editoren, oder es dauert halt noch einmal zwei oder drei Jahre länger.


Quelle: Gee-Mag März 2007

19.11.2006

Berlin ohne Limit (Auszug)


BIZ 19.11.2006Bei all dem nimmt es kaum Wunder, dass auch das radikalste Computerspiel der letzten Jahre nun für Berlin adaptiert werden soll – die Gangster-Simulation „Grand Theft Auto“. Natürlich kommt das Spiel, wie alle ganz großen Titel, aus den USA. Der letzte Teil dieser Reihe, „GTA San Andreas“, erschien vor zwei Jahren und wurde mit weltweit mehr als zwölf Millionen verkauften Exemplaren zu einem der erfolgreichsten
Computerspiele aller Zeiten. Verantwortlich waren einerseits der Comic-Stil und die gerade populäre Rapper-Welt des Spiels. Andererseits aber auch ein besonders lebensnahes Prinzip: Man kann seine Spielfigur, einen Kleingangster, der nach oben will, darin frei in einer gigantischen Stadt bewegen. Und man kann nicht mehr verlieren. Wer seine Zeit verschwendet, wird nichts erreichen – wie im richtigen Leben. Das Computerspiel wird ihn aber nicht daran hindern, stundenlang nur zu flanieren.
GTA San Andreas spielt in einer an Los Angeles angelehnten Fantasiewelt. Warum nicht dieses Spiel in das echte Berlin verlegen, dachten sich ein paar junge Deutsche. Sie sind beinahe fertig mit ihrer Adaption „GTA Berlin“.

Genau wie bei dem Vorbild kann der Spieler seine Figur – Otto, den deutschen Kleingangster – durch Berlin steuern, zu Fuß, mit dem Auto oder Fahrrad. Er kann sich ans Marx-Engels-Denkmal setzen oder am Oranienburger Tor mit den Prostituierten verhandeln – denn die Stadtmitte ist so detailliert nachgebildet, dass man sogar in die U6 steigen und ein paar Stationen fahren kann.

„Berlin ist eben unsere Hauptstadt – die wollten wir der Öffentlichkeit und dem Ausland nahebringen, als Computerspiel“, sagt Christoph Decker. Der Saarländer ist Sprecher der kleinen Gruppe von Hobbyprogrammierern, die an dem Projekt arbeitet. Decker selbst ist 18 – und damit einer der ältesten im Team. Die Jungs benutzen das Programm des Originalspiels „GTA“, schleichen sich mit Tricks ein und verändern die Welt, bis sie nicht wieder zu erkennen ist. „Modding“ nennen Fans diese Kunst, die vom Hersteller geduldet wird und den Hackern nichts als Ruhm einbringt. So wird „GTA Berlin“ kostenlos zu haben sein, irgendwann im Jahr 2007.

Der Saarländer Decker war erst zweimal kurz in Berlin. Aber im Regierungsviertel findet er sich blind zurecht – weil er die Gegend täglich in der virtuellen Welt besucht. Zentrale Gebäude wie Reichstag oder Fernsehturm haben die Programmierer nach Bauplänen gestaltet. Gerade hat einer der Entwickler die komplette Museumsinsel für die virtuelle Welt dreidimensional nachgezeichnet – allein das neu eröffnete Bodemuseum besteht dabei aus einem Gittermodell aus mehr als 10 000 kleinen Dreiecken. Der Spieler sieht davon nichts, erkennt das Gebäude aber aus jedem Blickwinkel sofort wieder.

Was im Spiel selbst passieren wird, welche Gegenden gefährlich sind und wo die verrücktesten Passanten herumlaufen, halten die Entwickler noch geheim. Nur eins: Im Regierungsviertel wird verstärkt Polizei unterwegs sein. Dort werden Gangster einhartes Leben haben. Aber man kann ja auch nur spazieren gehen. Zu sehen gibt es genug.


Quelle: BIZ vom 19.11.2006 im Archiv der Berliner Morgenpost